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Nationalparkverwaltung

Nationalparkverwaltung: Minister Meyer wildert gerettete Kegelrobben auf Juist aus

Beigetragen von JNN am 27. Mai 2026 - 19:27 Uhr

Bild 0 von Minister Meyer wildert gerettete Kegelrobben auf Juist aus

Die Kegelrobbe, das größte Raubtier in Mitteleuropa, ist zurück im niedersächsischen Wattenmeer – und die Population steigt immer mehr an. Jetzt haben die Kegelrobben an der Küste weiteren Zuwachs bekommen: Am heutigen Samstag wurden im Beisein von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) zwei in der Seehundstation Norddeich aufgezogene Kegelrobben am Strand der Insel Juist in ihren natürlichen Lebensraum entlassen.

„Die Rückkehr und der stetige Zuwachs der Kegelrobben im niedersächsischen Wattenmeer sind eine echte Erfolgsgeschichte des Natur- und Artenschutzes. Noch vor zwanzig Jahren waren Kegelrobben hier praktisch ausgestorben“, betont Umweltminister Christian Meyer. „Heute können wir dank konsequentem Schutz und der engagierten Zusammenarbeit von Natur- und Artenschutz diese faszinierenden Tiere wieder in großer Zahl an der Nordseeküste begrüßen. Das freut mich sehr.“

Die Kegelrobbenpopulation an der niedersächsischen Küste entwickelt sich seit Jahren positiv. Bei den letzten Zählungen im Winter 2025/2026 wurden im niedersächsischen Wattenmeer 575 Jungtiere und 1.117 erwachsene Kegelrobben erfasst – ein Zuwachs von 136 neugeborenen Tieren gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden damit 1.692 Kegelrobben während der Wurfsaison im Winter 2025 gezählt, das ist die höchste Anzahl Kegelrobben, die bisher im niedersächsischen Wattenmeer gezählt wurde. Damit ist Niedersachsen nach den Niederlanden das wichtigste Kegelrobbengebiet im Wattenmeer.

Die Auswilderung auf Juist fand im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer statt. Nationalpark-Leiter Peter Südbeck hebt hervor: „Der Nationalpark bietet Kegelrobben die notwendige Ruhe und Ungestörtheit für die Aufzucht ihrer Jungen. Die Etablierung von nutzungsfreien Zonen und das konsequente Management sind entscheidend für den Erhalt dieser Schlüsselart im Ökosystem Wattenmeer und zeigt: Nationalpark wirkt!“

Die Seehundstation Norddeich, die auch Nationalpark-Haus ist, nimmt regelmäßig verwaiste, verletzte oder geschwächte Kegelrobben auf. Die Tiere werden dort medizinisch versorgt und aufgezogen, bis sie wieder fit genug sind, um eigenständig im Wattenmeer zu überleben. Ziel ist es, die Tiere so schnell wie möglich in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen und so einen Beitrag zum Erhalt der Population zu leisten. Dr. Peter Lienau, Leiter der Seehundstation Norddeich, unterstreicht die Bedeutung der Aktion: „Die Pflege und Auswilderung von Kegelrobben ist für uns eine Herzensangelegenheit. Jede Rückkehr eines Tieres ins Wattenmeer ist ein Erfolg für den Artenschutz und zeigt, wie wichtig unsere Arbeit für den Erhalt der Kegelrobbenpopulation ist.“

Neben dem Seehund ist die Kegelrobbe die häufigste Robbenart im Wattenmeer. Sie ist an dem massigen, kegelförmigen Kopf und der langen, kantigen Schnauze zu erkennen. Männchen haben ein fast schwarzes Fell, können über 300 Kilogramm wiegen und bis zu drei Meter lang werden. Kegelrobben gebären im Winter auf ungestörten Sandbänken oder Stränden und sind damit besonders auf geschützte Lebensräume angewiesen. Im Vergleich zu Seehunden sind adulte Kegelrobben deutlich größer und kräftiger.

Das Foto zeigt Kegelrobben mit einem Baby, es ist ein Archivbild und steht in keinem Zusammenhang mit der Aussetzung der Robben auf Juist.

TEXT: NDS. MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE UND KLIMASCHUTZ
FOTO: RICHARD CZECK/NATIONALPARKVERWALTUNG NDS. WATTENMEER