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Rat und Verwaltung: Juister Insellotsin wird neue Gleichstellungsbeauftragte
Der Gemeinderat tagte am Dienstagabend öffentlich, aber nur mit wenig Zuhörern, wobei in erster Linie die Punkte behandelt wurde, die zuvor im Bäder- und Bauausschuss ausführlich beraten waren. Einstimmig wurde indes Susanne Schnake, die seit vergangenen Herbst als Insellotsin bei der Inselgemeinde tätig ist, zur neuen Gleichstellungsbeauftragen berufen, nachdem die bisherige Amtsinhaberin Ute Buss auf eigenen Wunsch hin abberufen war.
Nur zur Kenntnisgabe wurde der Rat über die Neuaufnahme eines Kommunaldarlehens in Höhe von 3.365.000 Euro bei der Raiffeisen-Volksbank Fresena eG informiert. Das Darlehen ist ausschließlich für den Erwerb des „Seeferienheimes“ durch den Eigenbetrieb Kurverwaltung vorgesehen.
Auch das zweite Leerstandsobjekt, das „Inselhospiz/Haus der Vielfalt“, stand auf der Tagesordnung. Wie zuvor im Bau- und Umweltausschuss wurde einstimmig die Aufstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit (Offenlage) sowie der Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange auf den Weg gebracht.
Die Spenden für die Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 2024 betrugen 6.494,51 Euro, über deren Annahme musste der Rat entscheiden. Das passierte ebenfalls einstimmig, so dass der Betrag nun an die Feuerwehr weitergeleitet werden kann.
Die Auftragsvergaben für die Kanalreinigung der nächsten drei Jahre, den Planungsleistungen zur Erneuerung der Abwasserdruckleitung zur Kläranlage und der Erstellung einer Schotterstraße für die Kanalunterhaltung wurden – wie vom Bauausschuss empfohlen – einstimmig auf den Weg gebracht.
Mit Mehrheit konnte die Gastronomie bei Veranstaltungen auf dem Kurplatz an den einzigen Anbieter Heini´s Kombüse von Heiko Fürstenberg für die nächsten drei Jahre vergeben werden. Die komplette CDU-Fraktion und Tjard Gillet (Grüne) stimmten dagegen. Gerhard Jacobs (CDU) begründete die Ablehnung damit, dass seit längerer Zeit Anträge der Fraktion zum Thema Kurplatz bei der Verwaltung vorliegen, aber immer noch nicht behandelt wurden. Daher könne man einer Festlegung auf einen Anbieter für drei Jahre zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zustimmen.
Einstimmig angenommen wurde auch ein Beschlussvorschlag aus dem Bäderaussschuss, wonach ein Betrag von 25.000 Euro für ein zusätzliches Kinder- und Jugendangebot im kommenden Sommer zur Verfügung gestellt wird. Wenig Anklang fand dabei, dass dem Wunsch von Ratsherrn Jens Wellner (CDU), nämlich darüber ein Gespräch mit Simon Lautenschläger zu führen, von Veranstaltungsleiter Thomas Vodde immer noch nicht erfolgt ist. Das erklärte Vodde auf Nachfrage. Lautenschläger ist Pächter der Gemeinde für die Minigolf- und auch Trampolinanlage Durch das zusätzliche Angebot mit weiteren Sprung- und Hüpfgelegenheiten im Zwischendeichgelände könne es zu einer Konkurrenzsituation kommen.
Nur kurz ging Bürgermeister Dr. Tjark Goerges auf das Thema Flugplatzanbindung ein. Er sprach von einer sehr heterogenen Versammlung am Vortag, als rund 80 Juister sich zu einem Informationsabend getroffen haben. Die Sache sei „vom Grundsatz schwierig“, es bedürfe noch weiterer Abstimmungen und Gespräche, auch innerhalb des Rates. Auch Ratsvorsitzender Björn Westermann sprach davon, dass „der Rat sehr gespalten ist“, man diskutiere noch hart.
In der Einwohnerfragestunde zeigte ein Juister seine Verwunderung über das Konzept der HUF Spedition, die ja eigentlich seit November den Flugplatz nicht mehr anfahren wollte und über den Winter nur fuhr, weil sie dafür 40.000 Euro an Subventionen von der Gemeinde erhalten hatte. Das nun von dort ein Konzept über den Weiterbetrieb vorgelegt wurde, welches wieder finanzielle Unterstützung der Gemeinde beinhaltete, sei für ihn nicht nachvollziehbar.
Verärgert zeigte sich der Verwaltungschef auch über das niederländische Energieversorgungsunternehmen One-Dyas, das jetzt mit dem Testbetrieb für eine Erdgasförderung vor Borkum begonnen hat, die Inseln aber erst am Dienstagnachmittag darüber informiert wurden. Da eine Stromleitung noch fehle, läuft der Betrieb jetzt mit Gasgeneratoren.
Desweiteren teilte Goerges mit, dass die Sanierungsarbeiten an den Tennisplätzen begonnen hätten. Der Nutzungsvertrag mit dem Tennisclub am Meer sei indes noch zu bearbeiten. Etwas Sorge bereitet der Verwaltung dem Neubau des Feuerwehrhauses. Zwar liefen die Arbeiten gut, aber es sei ein beauftragter Betrieb dazwischen, der seine Leistungen nicht einbringen kann. Zusammen mit der Abteilung Bauunterhaltung suche man hier nach einer Lösung, damit das Projekt vor der Saison abgeschlossen werden kann.
TEXT: STEFAN ERDMANN