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Rat und Verwaltung: Kommunalwahl: Was passiert am Wahltag bis 18:00 Uhr?
Am kommenden Sonntag, den 13. September 2026, finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt. Gewählt werden teilweise die Hauptverwaltungsbeamten wie Bürgermeister und Landräte, überall die Stadt-, Samtgemeinde-, Gemeinde- und Ortsräte sowie die Kreistage. Auf Juist als kleine und selbstständige Einheitsgemeinde fallen Samtgemeinde- und Ortsratswahlen weg, so dass jeder Wahlberechtigte vier Stimmzettel erhält.
Von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr kann hier im Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“, Hellerstraße 4, gewählt werden, hierzu ist die Wahlbenachrichtigung, welche die Gemeinde an alle Wahlberechtigten versandt hat, mitzubringen, was einen reibungslosen Ablauf garantiert.
Wir sprachen mit Ingo Steinkrauß, der als verantwortlicher Wahlleiter bei dieser Wahl für die Inselgemeinde Juist fungiert. Dieser freute sich vor allem, dass sich nach längerer Suche ausreichend Wahlhelfer gefunden haben, die den Tag über in zwei Schichten die Wahl und anschließend die Auszählung durchführen. Steinkrauß: „Neben zahlreichen Kollegen aus der Verwaltung haben sich auch andere Personen bereit erklärt, die Wahl mit durchzuführen. Selbst drei Ersatzleute für unvorhergesehene Dinge wie Krankheit usw. stehen zur Verfügung.“ Alle insgesamt 14 Personen haben kürzlich an einer Wahlhelferschulung teilgenommen und sind damit bestens für Sonntag gerüstet.
Die Wähler erhalten vier farbige Stimmzettel, drei im DIN-A-4-Format in hellblau (Bürgermeisterwahl), gelb (Gemeinderatswahl) und grün (Landratswahl) und einen großen weißen Zettel (Kreistagswahl).
Bürgermeisterwahl (hellblau): Da es mit Stefan Görnert (CDU) nur einen Kandidaten gibt, stimmt der Wähler hier mit einem Kreuz bei „ja“ oder „nein“ ab. Dabei darf nur ein Feld angekreuzt werden, es muss klar erkennbar sein, wie der Wähler abgestimmt hat, damit die Stimme gültig ist. Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.
Landratswahl (grün): Hier geht es darum, wer in Aurich die Nachfolge als Landrat für Olaf Meinen antritt, der nicht wieder zur Wahl steht. Auch hier hat der Wähler nur eine Stimme, ansonsten ist der Stimmzettel ungültig. Zur Wahl stehen vier Personen: 1. Olaf Wiltfang aus Norden für die SPD, 2. Dr. Edith Ulferts aus Norden für die CDU, 3. Detlev Krüger aus Südbrookmerland für die Freien Wähler und 4. Helmut Emkes aus Großefehn für die FDP. Der Landrat wird analog zum Bürgermeister jetzt auch auf acht (statt wie bisher fünf Jahre) gewählt.
Gemeinderatswahl (gelb): Es geht hier um den Juister Gemeinderat, in den zehn Personen gewählt werden, das elfte Ratsmitglied ist der Bürgermeister. Hierzu schickt die Juister CDU 11 Kandidaten ins Rennen, das Bündnis 90/Die Grünen 8, die Wählergruppe Pro Juist 5, zudem gibt es in der vierten Spalte den Einzelwahlvorschlag Westermann. Da alle Namen mehrfach auf JNN vorgestellt wurden, verzichten wir hier darauf, sie sind alle leicht hier zu finden.
Hier hat der Wähler drei Stimmen, die er nach seinem Willen verteilen kann. Dabei kann er – wenn er von einem Kandidaten oder Kandidatin sehr überzeugt ist – dort drei Kreuze machen, man kann die drei Kreuze auch auf zwei Personen (eine zwei Kreuze der andere ein Kreuz) oder auf drei Kandidaten verteilen, dabei kann man frei verteilen und ist nicht an eine Bewerberliste gebunden. Weniger Kreuze sind möglich, aber man bringt sich damit selbst um sein volles Wahlrecht. Wichtig ist nur, das nicht mehr als drei Kreuze gemacht werden, sonst ist der Stimmzettel grundsätzlich ungültig. Im Gegensatz zu den Hauptverwaltungsbeamten (Bürgermeister und Landrat) bleibt hier die alte Regelung bestehen, dass Gemeinderäte für fünf Jahre gewählt werden.
Kreistagswahl (weiß): - auch Kreiswahl genannt. Das ist der große Zettel, der aber ebenfalls sehr klar aufgebaut ist. Der Unterschied zu den Wahlen des Landrats, der für alle Einwohner im gesamten Kreis gleich ist, besteht darin, dass wegen einer ausgewogenen Besetzung des Kreistages der Landkreis in fünf Wahlbereiche eingeteilt ist. Juist gehört zum Wahlbereich II zusammen mit den Insel Norderney und Baltrum, den Gemeinden Dornum und Großheide sowie der Samtgemeinde Hage. Somit stehen auch nur Kandidaten aus diesen Kommunen auf dem Wahlzettel. (Nur mal zur Info die Aufteilung in die anderen Bereiche: Wahlbereich I: Norden und Krummhörn, Wahlbereich III: Hinte, Südbrookmerland und Samtgemeinde Brookmerland, Wahlbereich IV: Stadt Aurich und Wahlbereich V: Wiesmoor, Großefehn und Ihlow)
Auch hier hat der Wähler drei Stimmen, die Aufteilungsvarianten sind wie schon beim Gemeinderat beschrieben gleich und auch der Kreistag wird weiterhin für fünf Jahre gewählt. Und auch hier gilt: Mehr als drei Kreuze = Stimmzettel ungültig.
Für den Kreistag gibt es acht Gesamtlisten. Wir wollen hier nicht alle Namen aufführen, aber da für Insulaner auch immer Insulaner wegen der oft gleichen Interessen von Belang sind, führen wir diese hier auf, was keine Abwertung der Festlandkandidaten sein soll.
Die Liste 1 der SPD umfasst 12 Kandidaten, davon auf Listenplatz 4 Axel Stange (Norderney) und 10 Rolf van Velzen (Norderney).
Liste 2 der CDU beinhaltet 15 Kandidaten, davon Platz 2 Jann Ennen (Norderney), auf Platz 5 der einzige Juister Kandidat Andreas Arneke, Platz 7 Peter Zurborg (Baltrum), Platz 8 David Holtkamp (Norderney), Platz 11 Monique Meißner (Norderney) und auf Platz 15 Rita Deege (Norderney).
Liste 3 Bündnis 90/Die Grünen. Hier treten nur zwei Kandidaten an, davon auf Listenplatz 1 Stefan Wehlage (Norderney)
Liste 4 Freie Wähler, ebenfalls zwei Bewerber, auf Platz 1 Christian Budde (Norderney). Hier der Hinweis, dass sicher viele Juister den Listenplatz 2 Alrich Bartels (Großheide) noch kennen werden, weil er längere Zeit beruflich als Maurermeister auf Juist tätig war.
Liste 5 FDP - zwei Personen ohne Inselkandidaten.
Liste 6 AfD - vier Bewerber ohne Inselkandidaten
Liste 7 Die Linke - mit auf dem 2. Listenplatz Lars Mares (Norderney)
Listen 8 – 10 gibt es nicht
Liste 11 – BSW – nur eine Kandidatin aus Hage.
Nochmals der Hinweis, dass JNN hier keine Vorauswahl getroffen hat, selbstverständlich können auch die Bewerber vom Festland gewählt werden.
Wie Wahlleiter Steinkrauß erklärte, ist es das letzte Mal, dass es so viele Stimmzettel gibt. Bei der nächsten Wahl in fünf Jahren werden Gemeinderat und Kreistag gewählt, weitere drei Jahren später Bürgermeister und Landrat und nach weiteren zwei Jahren wieder Gemeinderat und Kreistag. Steinkrauß: „Das ist nicht nur Mehrarbeit für die Kommunen, zudem entstehen bei jeder Wahl Kosten von rund 5.000 Euro.“
Und auf noch etwas wies der Wahlleiter hin: Da es auf Juist nur einen Bewerber auf das Bürgermeisteramt gibt, muss bei mehr als 50 Prozent Nein-Stimmen das ganze Verfahren von der Ausschreibung an wiederholt werden. Bei der Landratswahl gestaltet sich das Verfahren ganz anders: Hier gibt es vier Kandidaten und schafft es keiner, am Sonntag mehr als 50 Prozent der gültigen Wählerstimmen für sich zu erringen, ist eine Stichwahl in allen 5 Wahlbereichen erforderlich. Da stehen dann die beiden Kandidaten mit den meisten und zweitmeisten Stimmen erneut zur Wahl. Diese würde dann am Sonntag zwei Wochen später (27. September 2026) durchgeführt. Ingo Steinkrauß: „Ich hoffe, es tritt nicht ein, aber wenn, dann sind wir in jedem Fall vorbereitet.“
Um 18:00 Uhr endet die Stimmabgabe, danach kann nicht mehr gewählt werden. Wie es dann weitergeht, darüber informiert JNN morgen in einem zweiten Teil.
TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN (mit Material vom Landeswahlleiter Niedersachsen)

