Juist Impression

Newsbeiträge

Rat und Verwaltung

Rat und Verwaltung: Dr. Tjark Goerges war gerne Bürgermeister auf Juist

Beigetragen von S.Erdmann am 31. Okt 2026 - 20:02 Uhr

Bild 0 von Dr. Tjark Goerges war gerne Bürgermeister auf Juist

Nach neun Jahren und elf Monaten ist ab Sonntag, den 01. November 2026, Dr. Tjark Goerges nicht mehr der Juister Bürgermeister. Seine Amtszeit ist abgelaufen, und er verzichtete auf eine Wiederwahl. Am Freitagabend blickte er bei einem Abschiedsumtrunk im neuen Feuerwehrhaus auf die fast zehn Jahre Juist zurück, hierzu hatten sich mehr als einhundert Insulaner eingefunden.

Goerges dankte vor allen den Kollegen im Rathaus und der gesamten Gemeindeverwaltung. Aber ebenso auch den Wählern, die ihn am 09. September 2016 in das Amt gewählt hatten und wo er trotz zweier Gegenkandidaten gleich im ersten Wahlgang knapp über 50 Prozent kam, aber auch seiner Familie und Verwandten, die ihm eine große Hilfe und Unterstützung waren.

Der scheidende Bürgermeister ging nochmal auf die wichtigsten Punkte seiner Arbeit ein:

- Es begann mit der Minigolfanlage, nachdem der bisherige Platz an der „Parkvilla Mathilde“ geschlossen wurde. Der neue Anlage im Zwischendeichgelände, die später auch um eine Trampolin-Sprunganlage erweitert wurde, sei nicht nur ein wichtiges Angebot für die Gäste, sondern dadurch kam auch ein junger Mensch, dessen Wurzeln auf Juist liegen, als Pächter/Unternehmer zur Insel zurück.

- Als nächstes stand die Inselschule im Focus, denn hier lag baulich einiges im Argen, vor allem der Brandschutz musste modernisiert werden. Rund 1,4 Mio. Euro wurde in der Schule verbaut. Goerges: „Eine Schule ist wichtig für eine Insel, damit Menschen nach Juist ziehen.“

- Die Grundsanierung und Umwandlung vom Küsten- zum Inselmuseum war eine weitere wichtige Baumaßnahme, wo 1,2 Mio. Euro investiert wurden, aber sehr viele Fördermittel an Land bzw. auf die Insel gezogen wurden. „Es ist toll geworden; das Inselmuseum hat einen großen Ausstrahlungseffekt für kommende Jahrzehnte,“ ist der Verwaltungschef überzeugt. Er lobte besonders den Einsatz von Museumsleiterin Sabine Weers, für die das Inselmuseum eine Herzensangelegenheit ist.

- Ein großes Projekt war auch die Sanierung des Nationalparkhauses, oft würde dabei übersehen, dass dieses Angebot auf Juist nicht nur Sache von NABU, Nationalparkverwaltung oder Reederei sei, sondern von der Inselgemeinde ausgehe. Er dankte besonders der AG Reederei Norden-Frisia als Hauseigentümerin, dass sie einen Teil ihres „Alten Bahnhofes“ für den Zweck des Nationalparkhauses zur Verfügung stellt, denn es gab durchaus weitere Bewerber und Interessenten dafür.

- Die Tennisanlage im Ostdorf war ebenfalls ein großes Projekt und könne sich jetzt sehen lassen, so Goerges weiter. Man habe den sehr aktiven Tennisclub am Meer auf Juist, welcher die Sanierung der Tennisplätze mit einem nicht unerheblichen Betrag subventionierte, und Goerges freute sich, bei seiner Verabschiedung auch dessen Vorsitzenden Dr. Herbert Lohmann begrüßen zu können. Jetzt hoffe er nur noch, dass auch das „Tenniscafé“ bald wieder zur Abrundung des Angebotes geöffnet werde.

- Ein weiterer Meilenstein für Juist stellte der Neubau des Feuerwehrgerätehauses dar, welches im Vorjahr fertiggestellt wurde.

Doch es gab auch schwierige Zeiten, so der stark verunreinigte Strand durch über Bord gegangene Container des Containerfrachters „MSC Zoe“ oder die Zeit der Corona-Pandemie, als Juist plötzlich Ostern ohne einen Gast dastand. Aber ob Strandreinigung mit Feuerwehr und allen Juistern, Durchführung der ersten Seniorenimpfungen durch das DRK, dem Besorgen von ausreichend Masken und vieles mehr, alles waren großartigen Leistungen die zeigten, dass die Inselgemeinschaft zusammenhält. Ohne explizit Namen zu nennen, erinnerte Goerges auch daran, dass in seiner Amtszeit viele „Pioniere“ aus den ersten Jahren nach dem Krieg und aus den Wirtschaftswunderjahren verstorben sind, welche viel für die Insel getan haben, und die nun einen Platz in der Inselgeschichte hätten.

Zuletzt ging er auf die Vereine und ehrenamtliche Arbeit ein, die für die Inseln unverzichtbar sind. Die jährlichen Treffen „Insulaner unner sück“, die auf Juist begannen und das 2027 wieder hier ausgerichtet wird, zeigen immer wieder wie „unendlich viel Kunst und Kultur alle Inseln hervorbringen.“ Auf Juist gäbe es 25 eingetragene Vereine, teilweise mit Untergruppen und weitere Vereine, die nicht im Vereinsregister stehen, in einigen sei auch er Mitglied. Goerges: „Und das bleibe ich auch, denn ich habe Juister Wurzeln und werde auch weiterhin regelmäßig auf die Insel kommen.“ Goerges dankte für die abgelaufene Zeit und man merkte, dass er gerne Bürgermeister auf Juist war, und der Abschied ihm nicht ganz leicht fiel.

Auch Goerges sein Nachfolger Stefan Görnert war bei der Veranstaltung dabei und richtete Grußworte an die Juister: „Ich freue mich hier auf meine neue Aufgabe. Seit zwei Tagen führen wir eine Staffelübergabe im Rathaus durch, und wenn es auch noch viel zu tun gibt, übernehme ich ein gut geführtes Amt“. Goerges übergab seinem Nachfolger ein kleines Geschenk, eine Arbeit der Treibholzmanufaktur Tim Köhler mit dem Schriftzug „Denn man tau“.

Thomas Vodde als Allgemeiner Vertreter im Amt des Bürgermeisters dankte im Namen aller Mitarbeiter für die gute Zusammenarbeit und stellte dazu fest „dass man sicher nicht immer einer Meinung war, aber auch das gehöre dazu.“ Ebenfalls den Dank alle Beschäftigten sprach Carina Janssen-Visser vom Personalrat aus. Es hätte auch viel Spaß gemacht und sie berichtete, dass der Bürgermeister ihr und Inga Eilts (Bauamtsleiterin) sogar zu Füßen lag, was allerdings daran lag, dass er bei einer Besichtigung am „Seeferienheim“ gefallen war.

Viel Lob und ein kleines Abschiedsgeschenk für den Bürgermeister, aber auch Kritik am Ordnungsamt, gab es von Arend Janssen-Visser: „Ich hatte zehn Jahre mit Dir zu tun, die ersten fünf Jahre als Ratsherr, die zweiten als Gemeindebrandmeister.“ Als Feuerwehrchef hob er den großen Elan hervor, mit dem Goerges den Neubau des Feuerwehrhauses ermöglicht hatte: „Du hast maßgeblich dazu beigetragen, dass wir jetzt in einem tollen Neubau sitzen, aber auch die beiden für Juist so wichtigen Löchgruppenfahrzeuge konnten in Deiner Amtszeit angeschafft werden.“ Gerne hätte er auch ein geländegängiges Fahrzeug für die Strandrettung noch mit ihm zusammen eingeweiht, das das ging nicht mehr „weil der für die Feuerwehr zuständige Bearbeiter unseren Antrag darauf dreieinhalb Jahre in der Schreibtischschublade liegen hatte und inzwischen sogar zwei Autohäuser, die solche Spezialfahrzeuge liefern, geschlossen wurden“.

Für den Gemeinderat dankte Ratsvorsitzender Björn Westermann dem scheidenden Verwaltungschef für seine Arbeit: „Auch wenn Juist Töwerland, also Zauberland heißt, war keine Magie gefragt, aber Ausdauer und oft starke Nerven.“ Da auf einer Insel jeder jeden kennt, sei ein Bürgermeister immer im Dienst, ober er nun in den Supermarkt oder in die Kneipe ging, immer würde er auf Belange der Insel angesprochen. Goerges habe viel für die Juister Bürger und auch für den Tourismus getan, und das mit großer Tatkraft, bescheinigte Westermann Goerges, der ausgerechnet hatte, dass er in seiner Amtszeit an 385 Rats- und Ausschusssitzungen teilgenommen hatte.

Anschließend blieben die Beteiligten und Zuhörer noch längere Zeit im Feuerwehrhaus zu einer kleinen Abschiedsparty. Dazu hatten die Feuerwehrmitglieder ihren Grill draußen aufgebaut und den GWD (Gerätewagen Durst“) in der Halle aufgezogen und ein Fass Bier angeschlagen. Das war zugleich der letzten Einsatz des feuerwehreigenen Bierwagens in diesem Jahr, und nun geht er ins Winterlager. Feuerwehrchef Janssen-Visser dazu: „Das war der Deal. Die Feuerwehr richtet den Abschiedsumtrunk aus, dafür kommt der GWD in den Wintermonaten trocken unter Dach, er soll ins leerstehende alte Feuerwehrhaus gestellt werden.“

JNN dankt Tjark Goerges für die immer sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Presse, seinem Nachfolger Stefan Görnert wünschen wir einen guten Start im neuen Amt.

Unsere Fotos zeigen Dr. Tjark Goerges bei seinem Abschiedsrückblick, die Zuhörer, es folgen zwei Foto zusammen mit dem zukünftigen Bürgermeister Stefan Görnert, auf einem weiteren Bild sind Goerges zusammen mit Gemeindebrandmeister Arend Janssen-Visser, weitere Aufnahmen zeigen den GWD und junge Feuerwehrleute, bei denen gute Stimmung herrscht. Das letzte Bild zeigt Nala, eine vierbeinige Neu-Juisterin, die Stefan Görnert und Claudia Lambeck gehört.

TEXT UND FOTOS: STEFAN ERDMANN

Bildergalerie