Unter dem Motto „Töwerland hilft Afrika“ fand am Samstag, 15. August 2026, erneut das Afrikafest auf dem Juister Kurplatz statt. Bei Musik, kulinarischen Genüssen und einem vielfältigen Familienrogramm für jung und alt kamen Einheimische und Gäste zusammen, um ein bedeutendes Bildungsprojekt in Uganda zu unterstützen. Der eindrucksvolle Erlös des Festes: 17.102 Euro.
Die Spende kommt der von Dr. med. Paul Okot-Opiro gegründeten Naume-Kinderstiftung zugute. Sie fließt in die „Schule fürs Leben“ – ein außergewöhnliches Schulprojekt für rund 700 hilfsbedürftige Kinder in einer ehemaligen Bürgerkriegsregion im Norden Ugandas.
Eine Schule, die Heimat werden soll
Was macht diese Schule so besonders? Es ist die Verbindung von moderner Architektur, Effizienz, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit. Dr. Okot-Opiro legt großen Wert darauf, dass die Schule ihren afrikanischen Charakter bewahrt. Wer sie betritt, soll, wie er sagt, „die Wärme und das Gefühl des Willkommenseins spüren“.
Der Entwurf stammt von dem international bekannten Architekten Prof. Dr. Diébédo Francis Kéré aus Burkina Faso. Kéré wurde als erster afrikanischer Architekt mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, der als weltweit bedeutendste Ehrung auf dem Gebiet der Architektur gilt.
Beim Bau der Schule werden vorwiegend lokale Materialien verwendet. Besonderes Augenmerk liegt auf einer energiesparenden und nachhaltigen Bauweise, auf natürlicher Belüftung sowie auf wirkungsvoller Verschattung. Es soll, so Okot-Opiro, eine „Schule für die Ewigkeit“ entstehen. Dieser hohe Anspruch erklärt auch die sorgfältige Materialbeschaffung sowie die umfangreichen Messungen und Vorarbeiten. Zugleich wird die örtliche Bevölkerung aktiv in den Bau einbezogen. So wächst nicht nur ein Gebäude, sondern ein gemeinschaftlich getragenes Zukunftsprojekt.
Die Dächer der einzelnen Schulgebäude erhalten unterschiedliche Farben, damit sich die Kinder leicht orientieren können. Für die jüngsten Schülerinnen und Schüler ist ein eigener Vorschulbereich vorgesehen. Auch Sportanlagen gehören zum Konzept: Ein Sportplatz sowie Basketball- und Tennisplätze sollen der großen Bewegungsfreude der Kinder Raum geben.
Da die Schule als Internat Kinder aus einem weiten Umkreis aufnehmen wird, kommt dem von Dr. Okot-Opiro betonten „Wohlfühlcharakter“ eine besondere Bedeutung zu. Die Schule soll nicht allein ein Ort des Lernens sein, sondern auch Schutzraum, Lebensraum und Heimat auf Zeit.
Auf der Schulfarm wird bereits mit großem Einsatz angebaut und geerntet. Auch die Werkstätten sind in Betrieb. Dort entstehen unter anderem Bausteine, Fensterrahmen und Schulmöbel. Noch ausstehend ist die Ausstattung der Krankenstation. Hierfür werden weiterhin qualitativ hochwertige medizinische Geräte benötigt.
Ein Fest der Begegnung und der Hilfsbereitschaft
Das Afrikafest zieht jedes Jahr zahlreiche Juisterinnen und Juister sowie viele Inselgäste auf den Kurplatz. Längst ist bekannt: Dieser Tag steht nicht nur im Zeichen der Solidarität, sondern auch im Zeichen vieler kulinarischer Köstlichkeiten. Bei Livemusik konnten die Besucherinnen und Besucher in entspannter Atmosphäre Kaffee und selbst gebackenen Kuchen genießen, Grillwürstchen essen oder verschiedene Suppen probieren.
Den musikalischen Auftakt gestaltete die Juister Trommelgruppe „Just Drums“. Anschließend sorgte das Duo „Birds of a Feather“ mit Folk-Pop und die Juister Band "Juist for Fun" für gute Stimmung.
Yanette (Nachname der Redaktion nicht bekannt) und ihr Strandsportteam verwandelten beim Kinderschminken viele junge Gäste in fantasievolle Gestalten. Unterstützt wurden sie vom ehrenamtlichen Helfer Jürgen Kleinschmidt aus Dortmund. Zwischendurch konnten sich die Kinder auf der Hüpfburg austoben oder bei der Mini-Disco tanzen.
Große Freude bereitete auch die Tombola. Die Gewinner durften sich über zahlreiche attraktive Sachpreise und Gutscheine freuen, die vom Juister Einzelhandel und den Hotels gestiftet worden waren. Zu den besonderen Gewinnen gehörten Rundflüge, Restaurantgutscheine und Wochenendaufenthalte.
Wenn Kinder anderen Kindern helfen
Ein besonders berührendes Zeichen setzte auch in diesem Jahr wieder Clara, die regelmäßig ihren Urlaub auf Juist verbringt. Durch den Verkauf selbst gebastelter Armbänder sammelte sie Geld für das Schulprojekt. „Clara hat mich bereits in meiner Praxis besucht. Sie möchte später selbst Ärztin werden“, erzählt Dr. Okot-Opiro. „Ich freue mich immer ganz besonders über ihr Engagement für mein Projekt. Wenn Kinder anderen Kindern helfen, ist das ein hoffnungsvolles Zeichen für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben in unserer Welt.“
In diesem Gedanken liegt vielleicht die tiefste Bedeutung des Afrikafestes: Hilfe ist mehr als eine finanzielle Gabe. Sie ist Ausdruck menschlicher Verbundenheit über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. Bildung wiederum ist mehr als die Vermittlung von Wissen. Sie schenkt jungen Menschen Würde, Selbstvertrauen und die Möglichkeit, ihr Leben aus eigener Kraft zu gestalten.
Dr. med. Paul Okot-Opiro dankt allen Helferinnen und Helfern, den Spenderinnen und Spendern von Speisen, Kuchen und Getränken sowie allen, die mit Sachpreisen und Gutscheinen zum Gelingen der Tombola beigetragen haben. Der Erfolg des Festes zeigt, was entstehen kann, wenn viele Menschen aus Überzeugung gemeinsam handeln: Aus einzelnen Beiträgen wächst Hoffnung – und aus Hoffnung kann Zukunft werden.
Wer die „Schule fürs Leben“ des Juister Inselarztes Dr. Paul Okot-Opiro weiterhin unterstützen möchte, kann auf das folgende Stiftungskonto spenden:
Naume-Kinderstiftung
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE64 7002 0500 3751 2201 22
BIC: BFSWDE33MUE
Weitere Informationen:
www.naume-kinderstiftung.de
TEXT: NAUME-KINDERSTIFTUNG
FOTOS: JUSTYNA CZAPLA