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Rat und Verwaltung: Die Sirenen auf Juist schwiegen beim bundesweiten Warntag

Beigetragen von S.Erdmann am 17. Sep 2026 - 17:47 Uhr

Bild 0 von Die Sirenen auf Juist schwiegen beim bundesweiten Warntag [2]

Zwar wurde zum diesjährigen bundesweiten Warntag am 10. September auch in der „Juister Inselpost“ der Gemeinde dieser Alarm angekündigt und dass hierzu unter anderem auch die Sirenen eingesetzt werden, zu hören war auf Juist indes nichts. Wir haben deswegen nachgefragt, denn bei der Wiedereinführung der Sirenen zählte Juist dank des früheren Gemeindebrandmeisters Thomas Breeden zu den Vorreitern im Landkreis Aurich.

„Ich habe zehn Tage vor dem Warntag bei der Verwaltung nachgefragt und wurde gebeten, die drei Sirenen probeweise per Telefon zu starten,“ so Gemeindebrandmeister Arend Janssen-Visser. Der Testanruf ergab, dass die Anrufe aller drei Sirenen „nicht angenommen werden konnten“. Das hatte er dann der Gemeindeverwaltung mitgeteilt, denn einen großen Schalter, mit dem man früher direkt im Rathaus alle Alarmarten auswählen und einschalten konnte, gibt es nicht mehr. „Die Feuerwehr ist somit derzeit nicht in der Lage, die Sirenen in Gang zu setzen,“ so Janssen-Visser.

Aber nicht nur die: „An den letzten Warntagen konnten die drei Sirenen auf Juist leider nicht über den Landkreis ausgelöst werden, da dieser noch im technischen Aufbau des Sirenennetzes ist“, so Ingo Steinkrauß, der als Leiter des Ordnungsamtes für diesen Bereich zuständig ist, auf Nachfrage. „Unsere Sirenen können aktuell nur über die Leitstelle Ostfriesland in Wittmund im Ernstfall angesteuert werden,“ ergänzt der Feuerwehrchef. Der Probealarm am ersten Samstagmittag des Monats wird für ganz Ostfriesland von der Leitstelle ausgelöst, somit sind dann die Sirenen auch auf Juist zu hören.

„Auch manuell konnten die Sirenen nicht ausgelöst werden, da die Telefonnummern der bisher verbauten Simkarten in den Sirenen durch den Netzbetreiber ohne Vorankündigung abgeschaltet wurden, wie wir in Erfahrung bringen konnten“, stellte Steinkrauß fest. Dafür gab es auch einen Grund, nämlich „die Nichtnutzung der Telefonnummern durch ausgehende Anrufe“. Da die Sirenen aber nur Signalempfänger sind, werden natürlich keine Anrufe über diese Anschlüsse getätigt.

Also mussten neue Karten angeschafft und verbaut werden. Dabei wurde dann zusätzlich angegeben, dass diese ausschließlich in Sirenen verwendet werden. Das war aber von wenig Erfolg gezeichnet, denn die Sirenen konnten über die neuen Telefonnummern über das G4/G5-Netz auf Juist bei einem Test wieder nicht erreicht werden. Die verbauten GSM-Module in den Insel-Sirenen sind nur für das G2-Netz geeignet und, wie sich herausstellte, mit den aktuellen Simkarten nicht mehr kompatibel. Die Sirenen wurden 2020 auf Juist errichtet. Ein GSM-Modul ist ein elektronisches Bauteil, das Geräten die Verbindung zum Mobilfunknetz ermöglicht.

Aber der Ordnungsamtsleiter bleibt am Ball: „Wir werden nunmehr vorsorglich drei Prepaidkarten für die Sirenen beschaffen, welche auch mit dem veralteten G2-Netz kompatibel sind und zusätzlich bei der nächsten Wartung der Sirenen im Herbst die GSM-Module austauschen lassen, damit diese auch über das aktuelle Mobilfunknetz angesteuert werden können.“ Somit besteht jetzt die Hoffnung, dass die Juister Zivilschutzsirenen bei dem nächsten Warntag auf jeden Fall zu hören sind.

Unser Foto zeigt die Sirene im Ortsteil Loog, die vor sechs Jahren auf dem Inselmuseum aufgebaut wurde.

TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN

 
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