Die Genossenschaftsmitglieder der Juist - Infrastruktur und Wohnen eG haben auf ihrer 13. ordentlichen Generalversammlung den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 festgestellt und den Vorstand sowie den Aufsichtsrat entlastet. Die Genossenschaft blickt auf das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Geschichte zurück.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre konnte weiter fortgesetzt werden. Erstmals führt ein Jahresergebnis dazu, dass die Genossenschaft Gewerbesteuer entrichtet. Rund 22.000 Euro fließen an die Inselgemeinde Juist und kommen damit unmittelbar der kommunalen Finanzierung zugute.
Die Mitgliederzahl stieg zum Jahresende 2025 auf 152, das Geschäftsguthaben erhöhte sich auf rund 756.000 Euro. Der überwiegende Teil des Bilanzgewinns verbleibt in der Genossenschaft und stärkt das Eigenkapital für zukünftige Investitionen. Unter anderem werden 70.000 Euro für die Entwicklung weiterer Wohnbauprojekte zurückgelegt. Zusätzlich erhalten die Mitglieder eine Dividende in Höhe von 2,5 Prozent auf ihre Geschäftsguthaben.
Ein wesentlicher Schwerpunkt des vergangenen Geschäftsjahres war der Ausbau der Geschäftsfelder. Im Bereich Wohnen wurde ein zweites Gebäude in der Dellertstraße 20 übernommen und vorübergehend vermietet. Parallel laufen die Planungen für die zukünftige Sanierung dieses Gebäudes sowie die weitere Entwicklung des Wohnquartiers „Bant Eyland“, das langfristig zusätzlichen Dauerwohnraum auf Juist schaffen soll.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäftsfeld Infrastruktur. Mit der Hafenlogistik nahm die Genossenschaft Anfang 2025 ihren Betrieb auf. Im ersten Geschäftsjahr wurden Umsätze von rund 1,77 Millionen Euro erzielt. Die Hafenlogistik kooperiert dabei eng mit den Juister Fuhrbetrieben und übernimmt den Frachtumschlag sowie logistische Dienstleistungen im Inselversorgungshafen. Ergänzt wird dieses Angebot durch den ebenfalls neu aufgebauten Brandschutz-Service, der inzwischen bereits mehr als 300 Feuerlöscher auf der Insel geprüft, gewartet oder aufgestellt hat.
Auch die Inselgärten blieben vollständig vermietet und leisten weiterhin einen Beitrag zur Lebensqualität auf Juist.
Im Rahmen der Generalversammlung wurde zudem die aktuelle Vermietungssituation der Genossenschaft diskutiert. Der Vorstand erläuterte, dass sich private Lebenssituationen von Mietern im Laufe der Jahre verändern können. Als verlässlicher Vermieter halte die Genossenschaft ihre bestehenden Mietverträge selbstverständlich ein. Entscheidend sei, dass jede Wohnungsvergabe nach transparenten und nachvollziehbaren Kriterien erfolgt. Dies sei bei sämtlichen bisherigen Vergaben der Fall gewesen und könne entsprechend dokumentiert werden.
Turnusgemäß standen außerdem Wahlen zum Aufsichtsrat auf der Tagesordnung. Die Generalversammlung bestätigte die turnusgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Inka Extra und Meint Habbinga in ihren Ämtern.
Für das laufende Jahr kündigte der Vorstand weitere Investitionen in den Wohnungsbestand, die Fortentwicklung der Hafenlogistik sowie die nächsten Schritte beim Wohnquartier „Bant Eyland“ an. Ziel bleibe es, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, die Infrastruktur der Insel zu stärken und genossenschaftliche Lösungen für die Zukunft Juists zu entwickeln. Zugleich äußerte der Vorstand die Hoffnung, dass die Inselgemeinde Juist ihre Beteiligung an den Geschäftsguthaben künftig wieder auf rund 25 Prozent anhebt. Dieser Anteil bestand bereits in der Vergangenheit und ist nicht durch einen Rückzug der Gemeinde gesunken, sondern dadurch, dass die Geschäftsguthaben der übrigen Mitglieder in den vergangenen Jahren erfreulicherweise deutlich gewachsen sind. Eine entsprechende Aufstockung würde die bisherige Beteiligungsquote wiederherstellen und das gemeinsame Engagement von Gemeinde und Genossenschaft für die Schaffung von Dauerwohnraum auf Juist weiter unterstreichen.
Die Zeichnung unten zeigt die Planungen für das Projekt „Bant Eyland“, wo nachher insgesamt sechs Häuser mit je vier Wohnungen als Dauerwohnraum entstehen sollen.
TEXT: GENOSSENSCHAFT
PLANZEICHNUNG: BÜRO WEYERS ARCHITEKTEN