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Aus der Region: Insulaner unner sück! – 50 Juister auf Spiekeroog

Beigetragen von S.Erdmann am 10. Mär 2026 - 22:40 Uhr

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Drei tolle Tage auf Spiekeroog sind schnell vorbei gegangen, und alle, die dabei waren, kamen am Sonntag mit bester Laune oben, unten, vorne, hinten, rechts, links und einfach überall und mit strahlenden Augen und noch strahlenderem Lächeln nach Hause.

Die Spiekerooger haben die Insulaner von Borkum bis Wangerooge mit großem Herzen und einer tollen Atmosphäre aufgenommen und am Wochenende vom 6. bis 8. März vor allem geistig und seelisch bestens versorgt, und auch das leibliche Wohl war nicht zu kurz gekommen. Der Spiekerooger Posaunenchor machte den Empfang und den Abschied am Hafen, und jeder, der so ein Treffen einmal selbst mitorganisiert hat, weiß, was dahinter steckt. Wenn die Hauptverantwortlichen dann noch bis zum Schluss da sind, musizieren, winken und fröhlich Abschiedsküsschen verteilen (weil sie sich natürlich auch auf die interne After-After-Show-Party freuen ;-)), da kann man sogar einmal ein Tränchen vor Glück vergießen.
 
Das Schöne war die bescheidene Zurückhaltung der Spiekerooger, das freundliche Entgegenkommen, das leise Sorgen und das Dasein zu jeder Minute, ohne Tamtam, Brimborium, großes Getöse oder Gewese – vielen Dank, Spiekeroog!

Der Rest ist Geschichte und Routine, nein, sagen wir lieber: Tradition!

Erstmalig ging es für die Juister (zusammen mit den Norderneyern) auf eigenem Kiel und ohne dem Umweg übers Festland mit der „Frisia XI“ direkt nach Spiekeroog. Die Hinfahrt bei Traumwetter und Windstille. Dabei ging es zwischen Juist und Norderney durch das Dove-Tief raus, nördlich von Norderney, Baltrum und Langeoog und dann durch das Seegang Ozumer Balje zwischen Langeoog und Spiekeroog wieder aufs Wattenmeer. Auch die Langeooger kamen mit der „Langeoog II“ ebenfalls mit eigenem Schiff, hatten indes aber einen wesentlich kürzeren Weg.  
 
Freitag- und Samstagabend gab es die Inselprogramme auf großer Bühne mit gesungener spiekerooger Moderation.

Die Norderneyer machten den Anfang, verströmten sofort gute Laune und brachten auch wieder das Insellied der Döntjes-Sänger mit.

Die Juister hatten wieder ihr komplettes Inselprogramm zu bieten. Die humorvolle Moderation übernahm wieder Michael Bockelmann. So gab es drei Tänze der Volkstanz- und Trachtengruppe, vier Lieder vom Shanty Chor, drei Tänze der Line-Dancers „Crows in Line“, dazwischen ein Sketch mit sechs Mitgliedern der Theatergruppe „Antjemöh“. Der Musikzug der Juister Feuerwehr war an diesem Abend nur zum Feiern dabei, denn sie traten erst am Samstagmittag im Feuerwehrhaus der Spiekerooger auf.

Die Langeooger waren ebenfalls gut aufgestellt, es gab viel zum Mitsingen und Mitmachen, danach dann After-Show-Party in der „Kogge“.

Den Samstag verbrachte man mit Angeboten oder Führungen, Boßeln, Tauziehen, im Dorf, bei der Feuerwehr oder in der Hermann-Lietz-Schule. Oder ganz einfach am Strand oder in den Dünen.

Zudem gab es einen musikalischen Frühschoppen und Mittagessen bei der Spiekerooger Feuerwehr, die auch ihren gut bestückten Fahrzeugpark zeigten. In der Halle dann Musik, gemeinsam spielten die Feuerwehrmusikzüge von Juist und Borkum, unterstützt von weiteren Musikern von Norderney und Baltrum, dazu ein stimmgewaltiger Männerchor, der überwiegend aus Borkumer Sängern bestand.

Nachmittags das großartige Gospelkonzert in der Neuen Kirche. Die Inselkarken hatten noch ihr eigenes Treffen, die Alte Inselkirche bot einen charmanten Ruhehalt inmitten des fröhlichen Trubels. Ebenfalls fast unbemerkt trafen sich die Inselpressevertreter beim „Spiekerooger Inselboten“ zum Kaffee. Bis auf Wangerooge waren wieder alle Inseln dort vertreten.

Am Samstag eröffnete Springtied von Baltrum den Abend, De Fleitjes folgten, und die Eiländers rundeten das Ganze ab: Wir wollen künftig den König aller Insel stellen! Die kleinste Insel war dieses Mal nur mit einer kleinen Auswahl zur Schwesterinsel gereist, was ziemlich schade war.

Die Borkumers waren naturgemäß wieder stark vertreten (150 Leute) – eines der jährlichen Highlights sind die Tänze der Trachtengruppe der Borkumers Jungs mit ihrem Flieger! Aber auch ein Sketch ohne Worte von der Borkumer Theatergruppe sorgte für viel Heiterkeit.

Die Wangerooger machten mit viel Rhythmus und Tanz den Inselabschluss, bevor es zum Höhepunkt des alljährlichen Treffens kam: Der Bürgermeisterchor!

Sie können sich zum Glück alle gut selbst auf die Schippe nehmen und haben mit André Ebbinghaus, einem Norderneyer, der viele Jahre auf Juist gelebt hat, einen großartigen Spielleiter, mit dem es seit Jahren gelingt, immer wieder etwas Neues für und mit den launigen Inselstaastoberhäuptern zu erfinden. Mal sehen, wer das nächstes Jahr auf Juist dort oben auf der Bühne vor über 500 Menschen steht – bei den meisten Inseln gibt es Bürgermeisterwahlen im Herbst. Für Tjark Goerges steht schon fest, dass er zum letzten Mal mit seinen Inselkollegen sang.

Am Ende der Veranstaltung übergaben Florian Fock als Leiter der veranstaltenden Hermann-Lietz-Schule und Heilwig Brings gemeinsam mit dem großen Orga-Team die Veranstalterflagge des traditionsreichen Festes an das neue Orga-Team des Heimatverein Juist. Damit kehrt die Flagge nach neun Jahren wieder an ihren Ursprungsort zurück. Sie wurde in Empfang genommen von der Heimatvereinsvorsitzenden Sylvia Hupens und ihrem Stellvertreter Jens Heyken, der in diesem Jahr auch die Vertretung für seinen Vater übernehmen musste. Hans Heyken hatte vor 29 Jahren die Idee zu diesem Treffen, erstmalig war er diesmal nicht dabei. Nach der Flaggenübergabe – auch das ist Tradition – stand der ganze Saal und sang die Insel-Nationalhymne „Die Sieben zum Verlieben“ und dann – ja, wieder After-Show-Party in der „Kogge“.

Am Sonntagmorgen ging es nach dem Frühstück zum Hafen, denn um 10:30 Uhr sollte die „Frisia XI“, welche die zwei Tage auf Spiekeroog lag, wieder ablegen. Leider unterwegs Nebel, aber keine Windstille, sondern etwa drei Windstärken. Das ist nicht viel, aber die Seeseite ist kein Wattenmeer, und in der langen Dünung bewegte sich das Schiff die mehr als zwei Stunden zwar nicht schlimm, aber ständig. So ging es dem oder der einen oder anderen nicht ganz gut.

Nach der Rückkehr auf Juist öffnete Deti Dahlmann, der in diesem Jahr nicht mit nach Spiekeroog war, seine „Spelunke“, wo dann noch das eine oder andere Kaltgetränk gereicht und „Die Sieben zum Verlieben“ ebenso gesungen wurde, die die gute Laune, die ja oben, unten, vorne, hinten, rechts, links und einfach überall war.

Jetzt haben wir uns alle wieder gesehen, und im kommenden Jahr heißt es: Auf in die fünfte Runde!

Juist (namentlich Hans Heyken) hat es erfunden, das große Treffen „Insulaner unner sück“. Baltrum ist danach dran (weil die Gitarrengruppe 1998 ihr 50stes Jubiläum feierte), danach folgt Norderney (weil da auch ein Jubi war), dann kam Borkum, und nacheinander Langeoog, Wangerooge und Spiekeroog, bis 2003 alle an Bord waren. Corona brachte das Ganze zwei Jahre außer Takt, aber jetzt dreht das Karussell munter weiter.

Durch die zwei Jahre ist der Beginn des fünften Duchgangs auf Juist zugleich das „Jubiläum 30 Jahre IUS“. Als Datum dafür wurde das Wochenende 12. bis 14. März 2027 bereits bekannt gegeben.

TEXT: SABINE HINRICHS, STEFAN ERDMANN
FOTOS: STEFAN ERDMANN, KLAUS KREMER, HEILWIG BRINGS

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