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Rat und Verwaltung [1]

Rat und Verwaltung: Gemeinderat Juist beriet über Hafen, Ortsentwicklung und Infrastruktur

Beigetragen von JNN am 28. Jan 2026 - 17:24 Uhr

Bohrarbeiten, Hafenprojekte, Dorfentwicklung und Katastrophenschutz. In seiner 45. Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit einer Vielzahl von Themen, die den Alltag auf der Insel ebenso betreffen wie ihre langfristige Entwicklung.

Der Gemeinderat der Insel Juist kam am Dienstagabend zu seiner 45. Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Alte Schule zusammen. Bürgermeister und Ratsmitglieder starteten pünktlich um 19:00 Uhr in den öffentlichen Teil der Sitzung, zwei Ratsmitglieder hatten sich entschuldigt.

Zu Beginn berichtete Bürgermeister Dr. Tjark Goerges über aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde. Genehmigt wurde eine Ausnahme für Bohrarbeiten inklusive Kran, um zwischen Schule und Damenpfad einen weiteren Brunnen zu errichten. Zudem gab er einen Überblick über den Stand des Projekts Dorfentwicklung, das unter anderem von einer ehrenamtlichen Gruppe getragen wird. Die erarbeiteten Ansätze sollen nun zeitnah konkretisiert werden, um mögliche Umsetzungsschritte prüfen zu können.

Thematisiert wurde außerdem die personelle Situation rund um die Quartiersmanagerin, denn Susanne Schnake hatte aus gesundheitlichen Gründen gekündigt und die Insel bereits zum Jahresende verlassen. Der Rat will das bisherige Konzept nun grundsätzlich überarbeiten und gegebenenfalls neu ausrichten.

Weitere Berichte betrafen Projekte, die bereits beim Neujahrsempfang vorgestellt wurden. Dazu zählen die neue Streuobstwiese vor der Rettungswache, die durch Nominierungen verschiedener Organisationen entstanden ist und öffentlich zugänglich bleibt, sowie das Azubiprojekt Kiek Huus, das inzwischen als kleine Attraktion am Kurplatz steht (JNN berichtete). Ergänzend informierte der Bürgermeister über den Start einer neuen Arbeitsgruppe im Zusammenhang mit dem städtebaulichen Leitbild 2035. Diese setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern öffentlicher und privater Institutionen zusammen, unter anderem aus Einzelhandel und Gastronomie. Ziel ist es, den Ortskern weiterzuentwickeln und ausgewogen zu gestalten. Derzeit befindet sich der Prozess in einer Analysephase, zu einem späteren Zeitpunkt soll auch die Öffentlichkeit einbezogen werden.

In der Einwohnerfragestunde stand vor allem der Hafen im Fokus. Ein Vertreter vom Segelklub Juist äußerte großes Interesse an der geplanten Ausbaggerung des Hafenbeckens. Laut Bauamt sollen die Arbeiten innerhalb von vier Wochen nach Auftragsvergabe abgeschlossen sein und noch vor Ostern enden. Zweifel an der zeitlichen Machbarkeit wurden optimistisch zurückgewiesen. Einen direkten Alternativplan gibt es nicht, man vertraut jedoch auf die Zusagen der beauftragten Firma. Vor Beginn der Arbeiten soll es eine gemeinsame Begehung von Hafen und Segelhafen geben. Eine weitere Wortmeldung betraf die Sanierung des Leitdamms sowie notwendige Anpassungen an der Bundeswasserstraße, zu denen später Beschlüsse gefasst wurden.

Im Bericht über den Ausführungsstand von Ratsbeschlüssen informierte der Bürgermeister darüber, dass der Haushalt 2025 derzeit der Kommunalaufsicht zur Prüfung vorliegt. Zudem seien Vergaben für anstehende Bauarbeiten erfolgt.

Diskussionsbedarf gab es bei der geplanten Anpassung des Zuständigkeitsverzeichnisses. Die letzte Wertgrenzenanhebung stammt aus dem Jahr 2003 und sollte nun moderat an die Inflation angepasst werden. Nach einer Änderung des Beschlussvorschlags fand dieser jedoch keine Mehrheit. Der Bürgermeister kommentierte, man drehe sich bei diesem Thema weiterhin im Kreis.

Beschlossen wurde eine moderate Erhöhung der Eintrittspreise für das Inselmuseum. Erwachsene zahlen künftig sechs Euro statt fünf, die Familienkarte steigt auf zwölf Euro. Ein Ratsmitglied der Grünen hatte zuvor angemerkt, dass Bildungsangebote seiner Ansicht nach nicht verteuert werden sollten.

Einstimmig erfolgte die formale Abberufung der bisherigen Gleichstellungsbeauftragten Susanne Schnake mit sofortiger Wirkung. Ebenfalls einstimmig nahm der Rat eine Spende in Höhe von 5.000 Euro an. Die Spende stammt vom Heimatverein und ist ausschließlich für neue Spielgeräte auf dem Spielplatz im Ortsteil Loog vorgesehen.

Zur Kenntnis genommen wurde die Neuaufnahme eines Kommunaldarlehens im Rahmen der bestehenden Globalermächtigung. Ein gesonderter Beschluss war hierfür nicht erforderlich.

Beim Bebauungsplan im Bereich „Bant Eyland“ lagen Abwägungs- und Satzungsbeschluss bereits vor und wurden dem Rat zur Kenntnis gegeben sowie einstimmig genehmigt.

Für den Hafenbereich beschloss der Rat die Ausschreibung eines Fachbüros für neue Planungsleistungen. Ziel sind klarere Verkehrsführungen und eindeutigere Abstellflächen.

Die Kläranlage erhält einen neuen Radlader mit Druckluftkabine. Ein elektrisch betriebenes Fahrzeug ist für diesen Zweck derzeit nicht serienmäßig verfügbar, daher wird ein Dieselmodell ausgeschrieben. Der bisherige Radlader soll anschließend veräußert werden.

Diskutiert wurde auch die Ausschreibung des Kleinen Winterzaubers für die Jahre 2026 bis 2028. Künftig sollen hochwertige und einheitliche Stände vorgeschrieben werden, zudem ist kein offenes Feuer mehr vorgesehen. Hintergrund sind Beschwerden über Geruchsbelästigung und Rasenschäden. Alternativ wurden Gas oder Elektroheizstrahler vorgeschlagen, um die gewünschte Atmosphäre zu erhalten. Die Ausschreibung wurde mit knapper Mehrheit beschlossen.

Für das „Haus des Kurgastes“ wurden zwei Varianten für eine bessere Aufteilung des Kinderspielraums vorgestellt. Eine kurzfristig umsetzbare Lösung sieht einen Durchbruch zum bisherigen Leseraum vor, der dann an anderer Stelle neu eingerichtet würde. Eine zweite Variante entlang des Lichthofs wäre mit größerem baulichem und zeitlichem Aufwand verbunden. Vor einer Entscheidung soll eine Begehung stattfinden.

Zugestimmt wurde außerdem den Auftragsvergaben zur Ausbaggerung des Hafenbeckens sowie zur Sanierung des Leitdamms. Die Feuerwehr erhielt grünes Licht für die Beschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs mit wechselbaren Aufsätzen. In diesem Zusammenhang wies ein Ratsmitglied der CDU darauf hin, die Kosten für zusätzliche Module im weiteren Verlauf im Blick zu behalten.

Ebenfalls thematisiert wurde die Rettungskette auf der Insel. Nach dem Wegfall des Hintergrunddienstes habe sich im Rahmen einer Feuerwehrprobe gezeigt, dass diese aktuell als nicht ausreichend empfunden werde. Laut Goerges befinde sich der bestehende Katastrophenschutzplan in Überarbeitung. Derzeit werde an Sammelpunkten sowie deren Stromversorgung gearbeitet. Zudem seien Übungen für das Jahr 2026 vorgesehen, um die Abläufe im Ernstfall zu testen und zu verbessern.

Zum Abschluss stellte Gemeindekämmerer Peter Jansen als Geschäftsführer der Hallen und Hafenwirtschafts GmbH die Planung von drei neuen Hallen im Hafenbereich vor. Jede Halle soll rund 1.500 Quadratmeter groß sein und zu einem Mietpreis von 9,88 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Die Gebäude sollen schräg hinter den Hafengebäuden entstehen und auch optisch ansprechend für Gäste gestaltet werden. Da bislang keine Fördermittel bewilligt wurden, hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Bauprozess gegebenenfalls auch ohne Fördermittel weiterzuführen, die Suche nach Zuschüssen ist damit jedoch nicht abgeschlossen. Die Nachfrage nach den Hallen ist nach Angaben der Geschäftsführung hoch. Ratsmitglied Tjark Gillet (Grüne) erklärte aus Transparenzgründen, dass er selbst zu den Bewerbern gehört und bereits seit 2019 einen dringenden Bedarf an Lagerkapazitäten angemeldet habe.

Der öffentliche Teil der Sitzung endete nach gut zwei Stunden gegen 21:00 Uhr.

TEXT: FRIEDERIKE SCHMERMBECK

 
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