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Rat und Verwaltung [1]

Rat und Verwaltung: JNN fragte bei Rat und Verwaltung nach Dingen, die die Insel bewegen

Beigetragen von S.Erdmann am 26. Feb 2025 - 16:29 Uhr

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Der Gemeinderat tagte am Dienstagabend uner Vorsitz von Frank Endelmann (Pro Juist) mit einer schwachen Tagesorndung. Lediglich durch zahlreiche Kenntnisgaben des Bürgermeisters und noch zahlreichere Fragen durch die Presse in der Einwohnerfragestunde kam die Sitzungslänge über eine halbe Stunde hinaus. Beschlossen wurde an diesem Abend die Auftragsvergabe für die Sanierung der fünf Tennisplätze (Foto).

Wie JNN bereits berichtete, ist dieses unbedingt erforderlich und kann nicht noch weiter hinausgezögert werden, was in der Einwohnerfragestunde auch nochmal von Dr. Herbert Lohmann, dem Vorsitzenden des Tennisclub (TC) am Meer, bestätigt wurde. Diese berichtete auch, dass bereits rund drei Viertel der 200.000 Euro, die der TC als Zuschuß zur Sanierung gibt, auf dem Konto des Vereines eingegangen sind, der Rest würde auch noch kommen. Lohmann möchte aber mit der Verwaltung noch ein Gespräch führen, weil der Vertrag noch dahingehend geändert werden muss, dass der TC die Anlage auch tatsächlich die nächsten Jahre im gewohnten Umfang nutzen kann, d. h. die Kündigungsfristen müssten für eine Zeit ausgesetzt werden. Der TC gebe viel Geld dazu, so Lohmann, und nur wenn die langfristige Nutzung gewährleistet sei, können man den Mitgliedern vermitteln, dass ein entsprechender Zuschuss gut angelegtes Geld ist.

Wie Carina Janssen-Visser von der Bauunterhaltung der Verwaltung ausführte, sei nur ein Angebot abgegeben worden. Damit bekam die Firma Tell Bau aus Norden mit einer Summe von netto 698.426,65 Euro den Zuschlag für die Tennisplätze. Die Arbeiten sollen noch vor der Sommersaison 2025 durchgeführt werden.

Gerhard Jacobs (CDU) und Meint Habbinga (Pro Juist) enthielten sich bei der Abstimmung. Beide sahen wohl die Notwendigkeit, dass dort etwas gemacht werden müsse, freuten sich über den Zuschuss vom Tennisclub, waren aber ansonsten mit der Fördermittelsituation sehr unzufrieden.

Habbinga führte dazu aus, dass man mit den Anträgen auf Fördermittel für den Tennisplatz sowohl beim Wattenmeer-Achter, wie auch bei anderen Fördertöpfen nur eine Abfuhr bekommen habe. Borkum habe ebenfalls einen Antrag eingereicht, aber nicht für reine Tennisplätze, sondern um die Anlage attraktiver zu machen, so sollen dort Padle Courts eingerichtet werden. (Für unsere deutschen Leser: Das sind Plätze für sogenanntes Padle-Tennis, einer neuen Tennissportart, die derzeit im Trent liegt). Neben Borkum hätte auch Sylt und Norderney Geld für solche Plätze erhalten, so Habbinga, es wäre seiner Ansicht nach besser gewesen, wenn man auch für solche Neuerungen Fördermittel beantragt hätte.

Ansonsten wurde – auch auf Nachfrage in der Einwohnerfragestunde - über weitere wichtige Inselthemen informiert, welche derzeit die Insel bewegen und die in erster Linie von Bürgermeister Dr. Tjark Goeges beantwortet wurden.

Seeferienheim:

Inzwischen ist Geld geflossen, der Grundbucheintrag läuft und demnächst soll eine technische Übergabe erfolgen. Danach will man sehen, was überhaupt dort zu tun ist, zudem soll das Interessenbekundungsverfahren anlaufen, um einen Pächter/Betreiber zu finden, so der Bürgermeister.

Fluglinie nach Juist:

Der Verwaltungschef bestätigte, dass der OFD ab dem 1. März zweimal pro Tag von Emden nach Juist und zurück fliegen will (JNN berichtete). Es gäbe noch weitere Interessenten, so eine Fluglinie, die schon früher von Bottrop nach Juist gefolgen ist. Diese prüfe derzeit, ob eine Wiederaufnahme der Linie Sinn macht. Ein weiterer Anbieter prüfe derzeit die Option, vom Flugplatz Norddeich aus zu fliegen.

Flugplatzanbindung zum Dorf:

Dabei handelt es sich nach Angaben von Georges immer noch um ein Problem. Es würde nach Lösungen gesucht und geprüft, anschließend muss eine finale Entscheidung über Pferdegespanne oder eine alternative Anbindung (= E-Shuttle) fallen, auch diese stehe derzeit noch aus.

Verpachtung Flughafenrestaurant:

Hier ist die Gemeinde raus, bekannt sei nur, dass es mit dem Nordseehotel-Freese einen neuen Pächter gebe. Diese hat bereits im Vorjahr das Catering für die Mahlzeiten auf der Jugendbildungsstätte durchgeführt. Aufgrund der Belegungs- und Übernachtungszahlen errechnete der Verwaltungschef, dass es sich um immerhin rund 20.000 Mahlzeiten jährlich handelt. Das Catering soll dann zukünftig ebenfalls über das Flughafenrestaurant laufen, wußte Georges.

Inselhospiz/Haus Vielfalt:

Die Planungen durch das Büro NWP dazu laufen. Wenn ein Beschuß zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst wird, solle gleichzeitig die Offenlegung mit beschlossen werden, man würde einen Planungsschritt sparen. Man müsse genau sehen, was dort entstehen soll, so wäre beim Konzept Dauerwohnraum auch ein Seniorentrakt vorgesehen. Goerges: „Als Rentner kann man überall seinen Wohnsitz anmelden, nicht dass wir dort plötzlich wohlhabende Senioren vom Festland in Dauerwohnraum haben, den Juister Rentner nicht bezahlen können.“ Zudem habe die Synode der Lippischen Landeskirche noch nicht getagt und final entschieden, ob das Projekt Umbau zu Dauerwohnraum oder weiterhin die Option eines Verkaufes des Objektes zum Tragen käme.

Nachnutzung altes Feuerwehrhaus:

Hier liegt weiterhin der Antrag der CDU auf Erstellung eines Indoor-Spielhauses vor. Bei der weiteren Planung habe man leider auf einen Architekten gesetzt, der diese Arbeiten aber nicht durchführen kann, so der Bürgermeister auf Nachfrage. Derzeit fehlen schlichtweg Kapazitäten von Planungsbüros, deshalb ginge es damit im Moment nicht weiter.

Lage der Gastronomie auf Juist:

Die Sorge zahlreicher Insulaner/Vermieter, dass während der Hauptzeiten das gastronomische Angebot nicht ausreichen wird, sieht der Bürgermeister nicht. (Köbes war zuletzt nur noch für Hausgäste vom Hotel Atlantic und Personal, 2. Aufschlag ist dicht, Zukunft ungewiss, Piratennest weiterhin dicht, Zukunft Frankys Gill ungewiss, weil das Haus „Aden“ verkauft ist usw.) Er habe es beobachtet, dass auch in den Hauptmonaten in den bestehenden Restaurants immer noch freie Plätze vorhanden sind. Zudem würden die Gäste weniger essen gehen, sondern auch in den Unterkunftswohnungen kochen, was gut für den Einzelhandel sei. Dieses liege aber weniger an fehlenden Kapazitäten, sondern vielmehr an den Speisekarten (gemeint sind wohl die Preise), vermutet der Verwaltungschef.

Haushalt 2025:

Es sei richig, dass der Haushalt 2024 sehr spät vorlag, dies soll normalerweise bis zum 31. März des laufenden Jahres über die Bühne sein, so Goerges. Für 2025 befinde man sich derzeit in einer sogenannten „haushaltslosen Zeit“, d. h. es darf nur Geld für Pflichtausgaben, zu denen die Gemeinde gesetzlich verpflichtet ist, und dringend notwendige Ausgaben ausgegeben werden. Der Haushalt sei aber in Arbeit, derzeit wäre aber der Kämmerer krank. Der Bürgermeister schätzt, dass der Haushalt im April oder Mai fertig werde. Leider würden zurzeit viele Kommunen im Landkreis mit negativen Zahlen arbeiten, für Juist sehe er indes nicht so schwarz, wobei ihm aber besonders die hohen Energiekosten für den Eigenbetrieb Kurverwaltung (Erlebnisbad) Sorgen bereiten.

TEXT UND FOTO: STEFAN ERDMANN

 
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