Sie war gekommen, um zu bleiben. Doch es kam anders, Insellotsin Susanne Schnake musste ungeplant nach nur einem Jahr, wo sie sehr viel auf Juist bewegte, in der vergangenen Woche Juist wieder verlassen. Sie hat JNN Abschiedsworte für die Juister zukommen lassen, worin sie auch erklärt, warum sie nicht bleiben konnte. Sie finden dieses unter „Weiterlesen“.
„Gekommen, um zu bleiben“ – mit diesen Worten habe ich mich im Herbst letzten Jahres als neue Insellotsin auf Juist vorgestellt. Das war mein Herzenswunsch – nur hat er sich leider nicht erfüllt. Vor zwei Monaten erlitt ich im Urlaub eine schwere Verletzung am Auge. Äußerst aggressive Bakterien befielen meine Hornhaut, und die Heilung gestaltet sich als sehr schwierig und vor allem langwierig.
Das Klima auf Juist mit dem ständigen Wind und Sandpartikeln und Salz in der Luft stellt dabei eine große Gefahr für mein Auge dar, sodass die Ärzte von einem weiteren Aufenthalt auf der Insel dringend abraten und ich sehr kurzfristig zurück aufs Festland und weg von der Küste ziehen musste. In kurzfristigen regelmäßigen Abständen muss ich in die Uniklinik zu Untersuchungen, was von Juist aus leider nicht zu leisten ist.
Das war ein großer Schock für mich, und so richtig glauben kann ich es immer noch nicht ganz. Tief betrübt habe ich am vergangenen Freitag Abschied genommen.
Meine Arbeit mit den Menschen auf Juist hat mir bei allen Herausforderungen sehr viel Freude bereitet. Projekte für die Dorfentwicklung mit zu gestalten, Aktionen mit den Kindern und Jugendlichen zu planen und durchzuführen, das regelmäßige Beisammensein mit den Seniorinnen und Senioren im Dorfgemeinschaftshaus auszurichten, die bunten Flohmärkte im Sommer und Herbst durchzuführen … Und auch bei Aktionen mit anderen Institutionen, zum Beispiel der Kirche, war ich stets mit vollem Herzen und ganzem Einsatz dabei.
Ich habe viele tolle Menschen kennen und schätzen gelernt, werde viele von ihnen sehr vermissen und hoffe, dass ich in dem Jahr meiner Tätigkeit vielleicht die ein oder andere Inspiration hinterlassen konnte, an die Andere anknüpfen können.
Ich danke allen, die mich bei meiner Arbeit unterstützt haben, ganz herzlich. Und ich hoffe sehr, als Gast irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft wieder nach Juist kommen zu können, denn ich konnte mich von so vielen nicht einmal persönlich verabschieden. Und schließlich ist es weiterhin meine liebste Insel, auf der ich sehr gerne länger gelebt hätte.
Allen Menschen auf Juist wünsche ich ein schönes und entspanntes Weihnachtsfest mit den Liebsten, egal ob zu Hause oder im Urlaub in der Ferne. Kommt gesund ins neue Jahr und erhaltet Euch Eure wunderschöne Heimat.
Herzliche Grüße von Susanne
JNN dankt Susanne Schnake für das gute Miteinander und ihre Arbeit auf Juist. Wir wünschen Ihr weiterhin viel beruflichen Erfolg auf dem Festland und vor allem Gesundheit, damit das Auge wieder vollständig in Ordnung kommt.
TEXT: SUSANNE SCHNAKE
FOTO: PRIVAT